Gegenangebot: Soll ich wirklich gehen?

Ihre Kündigung liegt auf dem Tisch, doch Ihr Arbeitgeber bringt Sie mit einem Gegenangebot zum Grübeln. Wir verraten Ihnen, welche Fragen Sie für sich beantworten sollten, bevor Sie das Angebot annehmen

„Ich habe mich entschieden zu kündigen.“ Wochenlang haben Sie überlegt, ob Sie diesen Schlussstrich ziehen sollen oder nicht. Nachdem Sie den Bewerbungsprozess erfolgreich durchlaufen und die Alternativen gegeneinander abgewogen haben, haben Sie sich für einen Wechsel zu Ihrem neuen Arbeitgeber entschieden. Dieses beinhaltet natürlich auch die Kündigung bei Ihrem alten Arbeitgeber. Doch bei Ihrem Kündigungsgespräch kommt es anders als erwartet: Sie werden mit einem Gegenangebot überrascht, was Sie wahrscheinlich nicht erwartet hätten.

Gegenangebote kommen im beruflichen Umfeld tatsächlich häufiger vor, als die meisten Arbeitnehmer denken. Sie sind sogar die Regel. Nach unserer Erfahrung bekommen mehr als 80 Prozent der Kandidaten umgehend nach Ihrer Kündigung ein Gegenangebot. Denn oftmals bedeutet eine Kündigung, dass eine Lücke im Team entsteht, die mit hohem Aufwand und vor allem hohen Kosten gefüllt werden muss. Außerdem ist es heutzutage schwierig, geeignetes und qualifiziertes Personal zu finden, das Sie ersetzen könnte. Trotz Ihrer Entscheidung erscheint Ihnen das Annehmen des Angebotes nun verlockend. Schließlich kennen Sie das Umfeld, das Team und die Abläufe und müssen sich nicht in etwas Neues wagen. Doch fragen Sie sich: Wie lange wird das Gegenangebot motivierend wirken? War nur das Gehalt ausschlaggebend für Ihren Entschluss?

Solche und ähnliche Fragen sollten Sie sich vor der Annahme eines Gegenangebotes stellen. Wir raten Ihnen, diese Fragen schriftlich zu beantworten und sich dafür mindestens 30 Minuten Zeit zu nehmen. Außerdem sollten Sie Ihren Lebenspartner oder eine Person Ihres Vertrauens hierzu befragen. So können Sie Ihren Fokus erweitern und erhalten möglicherweise weitere interessante Gedanken zu der Thematik.

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    Welche Wechselmotivation habe ich? Wieso wollte ich meinen aktuellen Arbeitgeber verlassen?
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    Wieso bekomme ich eine Gehaltserhöhung erst nach meiner Kündigung angeboten?
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    Was passiert, wenn ich meine Arbeit weiterhin voll engagiert erledige und meinen Vorgesetzten in der Zukunft bzgl. einer Gehaltserhöhung kontaktiere? Wird er mir diese genehmigen oder ablehnen?
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    Wie nimmt mein aktueller Vorgesetzter meine Kündigung nach einer abgelehnten Gehaltserhöhung wahr?
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    Wie lange motiviert mich ein zukünftiges, höheres Gehalt?
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    Wenn ich jetzt in der Branche bleibe: Werde ich dadurch möglicherweise für andere Arbeitgeber aufgrund fehlender Branchenkenntnis unattraktiver?
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    Wie entwickelt sich das persönliche Verhältnis zu meinem Vorgesetzten in der Zukunft durch meine faktische Kündigung= Vertraut mir mein Vorgesetzter weiterhin?
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    Wenn ich einige Jahre in die Zukunft blicke: Bin ich an meinem derzeitigen Arbeitsplatz weiterhin glücklich?


Egal, wie Sie sich entscheiden, wir wünschen Ihnen in jedem Fall viel Erfolg.
Frank QuathamerLeiter Personalberatung
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